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Diagnose Mensch

Wie können sie es wagen, wie könnt ihr es wagen, wie

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Wild Embers – Nikita Gill

(Werbung, da Verlinkung)

Heute geht es um Poesie, die mir das Herz erwärmt hat.

Wild Embers: Poems of Rebellion, Fire and Beauty“ (also übersetzt wilde, rasende, stürmische oder auch unbändige Glut: Gedichte von Rebellion, Feuer und Schönheit) habe ich bei meinem Besuch der USA entdeckt. Vor allem hat mich das wunderschöne und trotzdem schlichte Cover angesprochen. Eventuell hat mich auch der Aspekt der Rebellion geködert, oder das Feuer – das Versprechen von Destruktion und Schönheit gleichzeitig empfand ich als sehr interessant.
Von der Social-Media Berühmtheit Nikita Gill hatte ich bis dahin noch nichts gehört. Das könnte ganz einfach daran liegen, dass sie, obwohl sie bereits mehrere Werke veröffentlicht hat, noch nichts davon auf Deutsch übersetzt worden ist. (Wer weiß, warum sie mir auf Instagram noch nie über den Weg gelaufen ist. Rupi Kaur kenne ich zum Beispiel auch erst seit „Milk and Honey“.)

Ich bin sowieso der Meinung, dass man Poesie immer in der originalen Sprache lesen sollte – deswegen stört mich die fehlende deutsche Übersetzung auch kein Stück. Bereitet euch in dieser Rezension deswegen vermehrt auf Englische Zitate vor, die ich meines Könnens nach Übersetzen werde. Das bedeutet: Keine Garantie auf hundertprozentige Korrektheit!

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Sein oder nicht sein

Es ist manchmal schon nicht, leicht jemand zu sein. Aber jemand zu werden, das ist das wirklich Schwierige.

Bei uns lief es immer so: Aufstehen, Schule, Sport, Hausaufgaben. Zwischendurch wird das gemacht, was Mama sagt. Oder gespielt. Manchmal auch letzteres, obwohl man ersteres machen sollte, wenn man besonders mutig war.
Aber was Mama sagt, ist eigentlich Gesetz. Danach kommen die Lehrer, denn die haben natürlich auch immer viel zu sagen. Eigentlich bestimmen diese auch über den Großteil deiner Zeit. Wehren kann man sich nicht, denn sie wollen ja nur das Beste für dich (und genau das Gleiche für hunderte von Schülern zur selben Zeit). Kein Wunder, dass man sich da nicht auf einzelne Kinder konzentrieren kann; so werden wird man nur pauschalisiert und in Reih und Glied aufgestellt. Massenabfertigung.

Von allen Seiten aus wird man immer bevormundet; man bekommt vorgesetzt, was die anderen Generationen getan haben und wie schlecht die eigene doch ist. Überall Sendungen, Werbung; das Neueste hier und das Beste da. Heteros hier und immer auch dort. Und wenn du dann aus der Norm fällst, hast du den Salat.

Was denn dann? Normal ist das, was einem ständig vorgebetet wird, was in der Gesellschaft akzeptiert wird, was halt einfach so ist. Und dann kommst du, gerade noch Kind und interessierst dich für die falschen Dinge: Chance verspielt.

Dann kommst du und dir fällt das eigene Geschlecht viel mehr auf als das andere. Aber das ist doch anders? Du bist wohl anders? Du bist wohl falsch?

Leistungsdruck, Selbstfindung. Niemand weiß, was er will und dann ist man plötzlich 18 – und auf sich selbst gestellt. „Du bist immerhin alt genug“, heißt es dann, obwohl du nie gelernt hast, was alt-genug-sein heißt.

Und du weißt noch nicht wer du bist, aber du musst sein. Aber wie bist du, wenn du dich nicht definiert hast? Du läufst mit der Masse, schlechte Angewohnheiten, Gruppenzwang. Andere setzen die Norm.

Das ist das Problem in der Gesellschaft. Wenn wir uns nicht selbst finden, legen andere fest, was normal ist und plötzlich bist du nicht mehr normal. Wie kommst du mit dir selber klar, wenn du anders bist? Das geht nicht einfach so, sondern ist ein Prozess; kräftezehrend musst du dich selber akzeptieren und wenn du endlich an dem Punkt bist, wo du sich verstehst, dich damit abfindest und dich selbst kennst – dich selbst akzeptierst – kommt ein Anderer und du wirst wieder mit dir selber konfrontiert – weil die, die sich selbst nicht gefunden haben, sich immer mehr mit dir beschäftigen werden, als mit sich selbst.

Am besten machen sie dabei deine ganze Arbeit gleich wieder mit kaputt.

 

Jugendliche können grausam sein, wenn sie nicht wissen, was sie sonst sein sollen. Und jeder erfährt das mal an seiner eigenen Haut.

Jetzt könnt ihr euch fragen: Habt ihr es geschafft, euch selbst zu akzeptieren? Denn alle weichen doch irgendwie von der Norm ab, vielleicht habt ihr das nur noch nicht entdeckt.

 

Ich kann da nur eins sagen: Viel Spaß im Leben.
Lernt und lebt eure Widrigkeiten!

Ihr sollt werden und sein! Nicht nicht-sein! Das steht außer Frage.

 

 

Meine Leipziger Buchmesse 2018

Hallo liebe Helden und Heldinnen!

 

Jetzt ist die Buchmesse auch schon wieder vorbei… Und ich weine ihr ein bisschen hinterher. Vielleicht auch ein bisschen mehr.
Es waren zwar anstrengende, aber dennoch wunderschöne Tage. Ich habe viele neue Sachen ausprobiert, gelernt und mich vollkommen neu motivieren lassen.

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Ich möchte mich an dieser Stelle schon einmal für alle, die diese Messe so wunderbar gemacht haben, bedanken! Auch wenn ich es wieder nicht geschafft hab, andere Blogger anzusprechen, habe ich viele Leute kennengelernt und wieder getroffen.
Dankeschön an euch!

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LBM 2018 – Programm Heute & Donnerstag

An alle Helden und Heldinnen da draußen:

die Leipziger Buchmesse steht vor der Tür!
Es gibt wieder unglaublich viel zu erleben, zu sehen, zu lesen – und ich freue mich schon wahnsinnig!
Ich bin, dank meiner Akkreditierung, mit einem Presseausweis an jedem Tag der Messe unterwegs. Daran möchte ich euch natürlich auch teilhaben lassen.

Ich werde euch hier einen kleinen Überblick über das Programm der Buchmesse geben, dabei vor allem im Hinblick auf die Veranstaltungen, die ich gerne besuchen würde. Ein paar Veranstaltungen finden auch schon heute statt, aber hauptsächlich geht es um den Donnerstag!
Aber zu aller erst: Woran ihr alles denken solltet!

Natürlich hat von euch wahrscheinlich jeder schon den Koffer gepackt, schließlich geht es ja morgen schon los. Deswegen kommen wir gleich direkt zu der Messe.

  • Essen & Trinken – Nehmt euch etwas zu essen mit! Es gibt zwar Bistros, die sind aber meistens sehr teuer. So ein Messetag kann lang und anstrengend sein, deswegen denkt auch unbedingt an Trinken.
  • Ein Programmheft – Sucht euch vorher schon Veranstaltungen raus, dann lauft ihr nicht nur den ganzen Tag ohne Plan rum. So fühlt ihr euch auch vorbereitet!
  • Bitte blockiert nicht die Gänge, sondern setzt euch für eine Pause an den Rand. Bänke sind natürlich bequemer, aber deswegen meist auch schon besetzt.
  • Verliert nicht so schnell eure Geduld! Es sind sehr große Menschenmassen unterwegs und jeder würde gerne alles sehen. Deswegen kann es auch manchmal länger dauern. Ihr werdet trotzdem alles sehen und nett kann man trotzdem sein. In der Ruhe liegt die Kraft!
  • Fotos –  Keine Frage, die LBM bietet jedem etwas und das würde man auch gerne festhalten. Das ist auch gar kein Problem, aber denkt bitte daran: Da nebenbei auch noch die MMC stattfindet, werden viele wunderschöne Cosplayer mit aufwendigen Kostümen unterwegs sein.
    Bevor ihr aber von den Cosplayern Fotos macht: FRAGT!  Fragt, ob ihr ein Foto machen dürft. Alles Andere ist nicht nur extrem unhöflich und respektlos, sondern verstößt auch gegen die Regeln der MMC.

 

Ich glaube, das war alles, was mir so weit auf dem Herzen liegt!
Dann können wir ja jetzt zum zweiten Teil des Beitrags kommen – nämlich meinen Programm-Empfehlungen für heute und morgen. Hauptsächlich sind das kreative Sachen – es geht ums Schreiben, Tipps und Anleitungen. Daneben sind natürlich auch noch viele Diskussionen und Lesungen dabei. Aber schaut doch einfach selbst!

Am Mittwoch, den 14.03.:

„Seien Sie dabei, wenn sich am Mittwoch der Leipziger Augustusplatz in ein Büchermeer verwandelt und ein Zeichen dafür aussendet, dass Leipzig und die Buchmesse ein Ort der Vielfalt und Menschlichkeit sind.
17.30 Uhr beginnt vor dem Gewandhaus, in dem kurz darauf die Leipziger Buchmesse 2018 feierlich eröffnet wird, die Kundgebung von Verlage gegen Rechts.
Um 18.15 Uhr findet dann die Fotoaktion statt.
Bringen Sie Bücher mit, die Sie bewegt haben, in denen Geschichten von Solidarität und Menschlichkeit erzählt werden.
Gemeinsam wollen wir diese Bücher hochhalten und ein Büchermeer erzeugen. Auch Plakate mit einem Zitat aus dem Buch sind denkbar.“

16:00 – 18:00 Uhr: Opening: Expression interrupted! (LVZ-Foyer / Peterssteinweg 19 / 04107 Leipzig)
Eröffnung einer Ausstellung, die den inhaftierten Journalisten in der Türkei ein Gesicht gibt.

18:00 – 23:00 Uhr: L3 Lange Leipziger Lesenacht (Moritzbastei / Universitätsstr. 9 / 04109 Leipzig)
Die Nacht der neuen deutschsprachigen Literatur in der Moritzbastei mit Schwarwel.

19:00 – 21:00 Uhr: Fette Jahre. Neue Gedichte (Kur- & Freizeitbad RIFF / Am Riff 3 / 04651 Bad Lausick)
Inspiration Bad Lausick: LVZ-Journalist und Autor Ekkehard Schulreich liest im Außenrestaurant des Bad Lausicker Riff.

 

Am Donnerstag, den 15.03.:

 

10:30 – 11:00 Uhr: Mini-Schreibkurs (Halle 5, Stand D600)
Erlebtes oder Erdachtes aufschreiben – legen Sie los unter Anleitungen der Bestseller – Autorin Martina Rellin!

11:30 – 12:00 Uhr: Hört endlich zu! (Forum Sachbuch Halle 3)
Lesung und Gespräch mit Frank Richter – Weil Demokratie Auseinandersetzung bedeutet.

12:30 – 13:00 Uhr: Yggdrasil und der Weltenbaum – Thor und Odin (Halle 2, Stand H410/J400)
Eine Lesung mit Fabian Dombroski als Moderator.

13:00 – 13:30 Uhr: Alles keine Zensur (Halle 4, Stand E209)
Ein Gespräch mit Daniela Fürst und Gerhard Ruiss.

13:30 – 14:00 Uhr: Schreibtipps: Vom Anfang – Die häufigsten Fehler auf der ersten Seite (Halle 5, Stand D302)
Eine Präsentation: Der Beginn eines Romans oder einer Kurzgeschichte ist entscheidend. Welche Fehler sollte man vermeiden?

14:00 – 14:30 Uhr: Mein Herz in zwei Welten (Rowohlt Verlag) (Das blaue Sofa, Glashalle, 4)
Lesung und Gespräch mit Jojo Moyes und Markus Sahr.

14:00 – 14:30 Uhr: Poetry Slam/ Spoken Word: Festmacher 2018 (Halle 5, Stand G200)
Eine Lesung mit Lucia Lucia und Sophia Szymula – zwei Neuentdeckungen aus der Poetry-Slam und Spoken-Word-Szene!

14:30 – 15:30 Uhr: Bücher selbst binden (Halle 2, Stand J200)
Eine kleine Einführung ins Buchbinden am Beispiel der Japanbindung.

15:00 – 16:00 Uhr: In der Mitte der Gesellschaft? – LGBTQ- Rechte im Fokus (Forum Sachbuch Halle 3)
Wir sprechen über politische Kämpfe von LGBTIQ- Menschen in Zeiten eines reaktionären Rollbacks. Eine Diskussion.

15:00 – 18:00 Uhr: Democracy – Slam! (CCL Bankettraum 3)
Workshop mit dem Philosophie-Slamer Dominik Erhard für SchülerInnen und Studierende zu Themen der Messe. Anmeldung unter: kommunikation@bpb.de

19:30 – 21:30 Uhr: Der große Fantasy – Leseabend der LEIPZIGER BUCHMESSE (Werk 2, Halle A / Kochstraße 132 / 04277 Leipzig)
Phantastische Literatur für Jung und Alt mit hochkarätiger Besetzung: Neben Christian von Aster, C.E. Bernard, Markus Heitz, Bernhard Hennen und Kai Meyer lesen die Preisträger des Jurypreises der Phantastischen Akademie „Seraph 2018“

 

Tja, da ist mein Tag ganz schön voll geplant, huh? Wahrscheinlich werde ich auch gar nicht alle Veranstaltungen besuchen können, aber mal schauen, wie es läuft. Gefällt euch etwas aus meiner kleinen Auswahl?
Natürlich gibt es noch viel, viel mehr. Auf  der Seite der Leipziger Buchmesse könnt ihr euch auch umschauen, aber ich persönlich finde es mit der App der LBM einfacher und übersichtlicher.

So  – ich hoffe, man sieht sich auf der Messe!

Liebe Grüße,
Jessy

 

Malala Yousafzai

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„Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“

 

Willkommen zu einer neuen Ausgabe des #HeldenMontags! Heute soll es um Malala Yousafzai gehen, von der bestimmt jeder schon einmal etwas gehört hat.

Malala, 1997 geboren, ist eine Kinderrechtsaktivistin und Feministin aus Pakistan, die sich für Bildung als ein grundsätzliches Menschenrecht, insbesondere für Mädchen, einsetzt.
Ihre Geschichte beginnt 2007, als die Taliban anfangen, Schulen zu zerstören, Mädchen den Schulbesuch und der Allgemeinheit das Hören von Musik und Tanzen zu verbieten. 2009 fragt BBC an einer Schule nach Freiwilligen, die ein Blogtagebuch über ihre Ängste unter den pakistanischen Taliban schreiben sollten. Der Leiter der Privatschule schlägt daraufhin seine Tochter vor – Malala.
Mit gerade einmal elf Jahren übernimmt sie diese Aufgabe unter einem Pseudonym und wird in Pakistan schnell berühmt, woraufhin der Blog auch auf Englisch übersetzt wird.

2011 allerdings wurde ihr Pseudonym aufgedeckt, weil sie für den internationalen Kinder-Friedenspreis nominiert wurde – das klappte zwar nicht, aber dafür bekam sie stattdessen den neugegründeten „Nationalen Friedenspreis der Jugend“ von der Regierung Pakistans verliehen.
Am 09.Oktober 2012 wurde sie, wegen ihrem Einsatz für die bessere Bildung von Mädchen, das Opfer eines Attentats der Taliban. Dabei wurde ihr aus nächster Nähe in den Kopf geschossen. Schwerverletzt wurde Malala nach Großbritannien verlegt, um die bestmögliche Behandlung zu bekommen.

Heute geht es ihr wieder gut;
2014 bekam Malala (gemeinsam mit dem indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarth) als erste Jugendliche und Pakistani den Friedensnobelpreis und im letzten Jahr wurde sie mit 19 Jahren zur jüngsten Uno-Friedensbotschafterin berufen.

Ich muss sagen, dass Malala mich beeindruckt hat. Sie ist ein Vorbild, wie ich es mir für alle Menschen wünschen würde: Mutig setzt sie sich für Bildung ein, weil sie weiß, dass das der einzige Ausweg für Mädchen wie sie ist. Gerade für die junge Generation und für alle Mädchen der Welt ist das unheimlich wichtig. Eigentlich schade, dass es eine Jugendliche sein musste, die so etwas der Welt mitteilt – den Erwachsenen, die es eigentlich schon längst hätten wissen müssen.
Malala hat ihre Bekanntheit gut genutzt, um auf die Probleme dieser Welt aufmerksam zu machen, um auf die Probleme ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Wie sie selbst sagt, spricht sie für alle die, die keine Stimme haben. Und jemand muss ja den Anfang machen.

„Wir wissen, dass sich Investitionen in Bildung auszahlen. Niemand kann ahnen, welches Maß an Brillanz unserer Welt verschlossen blieb, nur weil Millionen von Mädchen eine höhere Schulbildung verwehrt wurde. Diese Generation könnte eine innovative Leitfigur, eine inspirierende Schriftstellerin oder eine Wissenschaftlerin hervorgebracht haben, die manche der schwerwiegendsten Probleme unserer Zeit lösen könnte. Wenn ich darüber nachdenke, wie viel Potenzial hier nicht verwirklicht wird, stimmt es mich unendlich traurig.“

Ich bin mir sicher, dass es viele Mädchen wie sie, hungrig nach Bildung, gibt. Und diese sind wichtig für die Welt, denn wie Malala sagt: unendlich viel Potenzial geht uns verloren, wenn wir nicht allen Kindern die selben Möglichkeiten zur Verfügung stellen können.
Ich wünsche mir für die Zukunft mehr Malalas – Leute, die sich für Gerechtigkeit einsetzen, dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Ich versuche, mir ein Beispiel an ihr zu nehmen und eine Stimme für die zu sein, die sonst keine haben.

Oder wenn ich keine Stimme sein kann, wenigstens das Mikrofon abzutreten.