Archiv der Kategorie: Bücher

Die Stadt der träumenden Bücher – Walter Moers

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Wow, okay – heute möchte ich mit euch über ein Buch reden, dass schon 2004 herausgekommen ist. Ich habe es erst jetzt, durch Zufall entdeckt, und ich könnte kaum begeisterter sein.
Eigentlich ist es viel mehr als ein Roman; dieses Buch ist eine Hymne an die Literatur, an das geschriebene Wort, an die Künstler und Denker, die unser Leben mit Abenteuern bereichern. Eine Hymne an die Fantasy. Und durchaus eine Kritik an den Kapitalismus in der Buchszene.

Die Rede ist von „Die Stadt Der Träumenden Bücher“, geschrieben von Walter Moers.

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Armageddon – Wolfgang Hohlbein

[Der Beitrag enthält unbezahlte Werbung, wegen Verlinkung zum Piper Verlag.]

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„Das Ende der Welt ist erst der Anfang!
Auf dem Flug nach Tel Aviv begegnet Beka dem gleichermaßen faszinierenden wie undurchschaubaren Luke. Doch bevor sie sein Geheimnis ergründen kann, zerreißt eine gewaltige Druckwelle das Flugzeug.
Das Undenkbare ist geschehen: Eine Atombombenexplosion vernichtet weite Teile Israels. Aber Beka und Luke überleben. Sie finden sich in einem unterirdischen, verlassenen Tempel wieder, der von geheimnisvollen Symbolen überseht ist. Und alles deutet dararuf hin, dass Armaggeddon begonnen hat – die letzte Schlacht…“

Vor einiger Zeit habe ich vom Piper Verlag das Rezensionsexemplar zu „Armaggeddon“ gestellt bekommen, und hier könnt ihr nun endlich lesen, wie mir der Fantasy-Roman gefallen hat!

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Die Listen meines Lebens – Guy Browning

„Warum ich noch immer Listen schreibe

  1. Wenn ich es nicht täte, müsste ich mich stattdessen in einen Schrank einsperren und brüllen.“

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Das Buch „Die Listen meines Lebens: Ein ganz besonderer Roman“ von Guy Browning erschien mit 224 Seiten am 15.12.2017 beim Verlag rororo. Der Rowohlt Verlag stellte mir den Roman freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung (Mein erstes Rezensionsexemplar. Yay!).

 

1. Jeder führt sie: Listen.
2. Dies ist ein Roman – ausschließlich erzählt in Listen.
3. Für alle, die ohne Listen nicht überleben können.
4. Und für alle, die sich fragen, wie das eigene Leben in zehn Stichpunkten aussehen würde.
5. In etwa so!
6. Vom Schulhof über die erste Liebe, Ehe und drei Kinder bis zum Neubeginn – ein Leben in Listen.
7. Wir erfahren von den kleinen Katastrophen genauso wie von den großen Glücksmomenten.
8. Das ist lustig, oft sehr rührend und manchmal sogar ein bisschen weise.
9. Für die Leser von «Adrian Mole» und Nick Hornby.
10. Und in jedem Fall: Ein Roman für alle Helden des Alltags.

 

Seit er zehn Jahre alt ist, schreibt der Protagonist Listen, sogenannte „Was-schon-passiert-ist-Listen“ anstelle von den bekannten To-do-Listen. Ein Zugeständnis an seine Mutter, die bereute, nie selber Tagebuch geschrieben zu haben.
Später gibt er zu, dass er Listen schreibt, weil sie ihm Struktur geben, wenn das Leben schlicht nicht machbar scheint.
Wir, als Leser, verfolgen seine Entwicklung von der Grundschule an mit – so lesen wir von den Gründen, warum er keinen Fußball mag, von den Freunden in seiner Klasse oder seinen 10 besten Matchboxautos. Mit der Zeit werden die Listen pragmatischer, während unser Protagonist erwachsen wird; wir begleiten ihn in die Schule „für Große“, schließlich auch ins Studium und ins Arbeits- und Familienleben. Dabei nimmt er sich gerne selber aufs Korn, während er sich selbst eingesteht, keinerlei Meinungen und Willensstärke zu haben.
Er wächst an seinen Aufgaben, an Tragödien und Erlebnissen und findet schlussendlich doch seine Ruhe.

Ohne je den Namen des Protagonisten herauszubekommen, erfahren wir doch sehr viel. In diesem gewählt kurzen Format der Listen gibt es so einige Plottwists, die ich gar nicht erwartet hätte. Mit wunderbar viel Humor hat mich das Buch in seinen Fängen gehalten und mich dazu gebracht, es in einem Rutsch durchzulesen. Das hat auch nicht sehr lange gedauert, da diese Listen wirklich einfach zu lesen sind und sich wohl jeder in sie herein versetzen kann. Aber in dieser kleinen Weile erlebt man ein ganzes Leben – und so sollte es in einem guten Buch auch sein.

Kommen wir nun zum Schreibstil: Klar, durch Listen kann man sich nicht so ausdrücken, wie man es in einem normalen Roman tun kann. Beschreibungen haben auf unsere Erfahrungen gezielt, anstatt selber Welten zu erschaffen. Aber das ist nicht unbedingt ein Nachteil.
Komischer fand ich es, dass Browning in den verschiedenen Listen zwischen Formen hin und her wechselte; so schreibt er oft in Stichpunkten und bei wieder anderen Punkten fast in Sätzen, die eher Ellipsen sind. Wahrscheinlich sollte es Abwechslung in den Text bringen, was vermutlich schwer bei dieser Form umgesetzt werden kann. Deswegen fällt es auch nicht weiter ins Gewicht, sondern irritiert ab und zu nur ein wenig.

Schlussendlich kann ich sagen, dass ich viel Spaß mit dem Roman hatte. Ich selber schreibe auch wahnsinnig viele Listen, weil ich andauernd den Überblick verliere. Deswegen war mir wohl der Protagonist auch sofort sympathisch.
Für etwas kleines zwischendurch ist „Die Listen meines Lebens“ unbedingt weiterzuempfehlen!

Der Tag, an dem das Ufo vom Himmel fiel – David Halperin

„Wissenschaft ist eine Schildkröte“, sagte ich ganz langsam, „die behauptet, ihr Panzer sei die ganze Welt.“

Wer wollte sich nicht schon einmal lieber in eine andere Welt träumen, als die Realität zu ertragen?

Kommen wir heute zu einem Buch, das ich nur durch Zufall in einem Ausverkauf gefunden habe: „Der Tag, an dem das Ufo vom Himmel fiel“ von David Halperin. Erstmals erschien es 2012, veröffentlicht vom Goldmann Verlag.

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Manchmal können uns nur noch unsere Träume retten…
Der junge Danny Shapiro hat es nicht leicht: Seine Mutter ist schwer krank, sein Vater ist ihm fremd, und sein Zuhause engt ihn ein. Doch dann kommt die Nacht des 20.12.1962. Danny sieht, wie ein UFO vom Himmel fällt, oder hat er das nur geträumt? Danny stürzt sich in ein Abenteuer zwischen Fantasie und Realität. Aber am Ende begreift er: Er muss sich dem realen Leben stellen, auch wenn er das ohne den Umweg durch seine Fantasiewelt nicht geschafft hätte. Vielleicht wird er dann ein kleines Stück vom Glück für sich erobern können…“ Der Tag, an dem das Ufo vom Himmel fiel – David Halperin weiterlesen

Nachts an der Seine – Jojo Moyes

„Das war die beste Nacht meines Lebens“, sagt sie leise. „Ich fühle mich… ich fühle mich, als wäre ich gerade aufgewacht.“

„Nachts an der Seine“ von Jojo Moyes erschien im Oktober 2016 durch den rowohlt Verlag und erzählt die Geschichte von Nell, die zum ersten Mal überhaupt mit einem Liebsten übers Wochenende wegfahren möchte. Alles geht schief und wird deswegen umso perfekter.

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„Nell war noch nie in Paris. Überhaupt hat sie noch kaum etwas gesehen von der Welt. Auf den Wochenendtrip mit ihrem Freund Pete freut sie sich deshalb schon ewig. Und nun steht sie in London am Bahnhof und Pete taucht nicht auf. Aufgehalten bei der Arbeit, aber er will nachkommen. Allein in einer fremden Stadt – eine schreckliche Vorstellung für die schüchterne Nell. Doch als sie den geheimnisvollen Fabien kennenlernt, ist Nell zum ersten Mal in ihrem Leben spontan: Sie steigt auf sein Mofa und lässt sich von ihm in die Pariser Nacht entführen … “

Auf nur 135 Seiten schafft es Moyes, dank eines einfachen und gut zu lesendem Schreibstils, uns an Nells Geschichte teilhaben zu lassen. Die Kurzgeschichte erzählt von Schüchternheit, Ängsten und Überwindung dieser, Listen und Spontanität. Was passiert, wenn du alle Zweifel vergisst und deinem Gefühl folgst?
Auch von Fabien erfahren wir genug. Er ist sympathisch, im Gegensatz zu Nells eigentlichem Freund Pete. Es ist klar, dass Pete kein guter Freund ist, besonders, als wir immer mehr von ihm erfahren – deswegen fiebert man umso mehr mit Nell mit, man wünscht ihr den Spaß mit Fabien.

Jojo Moyes arbeitete nach ihrem Journalistikstudium in London und Hongkong, bis sie mit „Ein ganzes halbes Jahr“ ihren ersten Bestseller schrieb. Liebesromane sind wohl ihre Spezialität und auch dieser Roman hat einen Platz neben ihren anderen Büchern verdient – noch schöner wäre es gewesen, wenn er 300 Seiten mehr gehabt hätte.
Aber Moyes wird sich bewusst für eine kurze Geschichte entschieden haben; schließlich geht es auch nur um ein Wochenende und es ist schneller vorbei als man denkt. Genauso wie man es vom wirklichem Leben auch kennt.

Mein Fazit: „Nachts an der Seine“ ist eine wunderschöne, viel zu kurze und dennoch ausgereifte Liebesgeschichte, die von purer Lebensfreude erzählt.

Landnahme – Christoph Hein

„Sie sprachen eben anders und lebten anders, sie hatten andere Dinge erlebt. Irgendwie kamen sie aus einem Deutschland, das nicht unser Deutschland war.“

Fünfzig Jahre deutscher Geschichte am Beispiel einer kleinen Provinz – der Roman „Landnahme“ von Christoph Hein erzählt vom Leben des Bernhard Haber, der als zehnjähriger Vertriebener in Guldenberg strandet. Das Buch ist 2004 im Suhrkamp Verlag erschienen.

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„Als Kind kommt Bernhard Haber 1950 aus dem zerstörten Breslau in eine sächsische Kleinstadt; Jahrzehnte später ist er einer der mächtigsten Männer des Ortes. Christoph Hein erzählt vom Lebenslauf eines Außenseiters in der Provinz, der mit der großen Geschichte scheinbar nichts zu tun hat und sie doch exemplarisch spiegelt.“

Als Flüchtling hat man es in den 50ern nicht leicht; die Einwohner verurteilen einen und akzeptiert wird man nicht. Haber lernt das sehr früh.
So machen es die Bürger ihm und seiner Familie so schwer wie möglich, sein Hund wird getötet und später wird die Tischlerei seines Vaters abgebrannt. Doch Haber ist eine Kämpfernatur, er weiß, wie er sich verteidigen kann. Er findet seinen eigenen Weg.
Nach der Schule fängt er eine Ausbildung zum Tischler bei seinem Vater an, dann verdient er Geld als Schmuggler. Erfolgreich, denn er wird zu einem der einflussreichsten Männer der Stadt und Mitglied im „Kegelclub“.

In die Gedanken Habers kann man sich nicht direkt einfühlen – in der multiperspektivischen Erzählweise kommt er selbst nie zu Wort. Dafür übernehmen andere das Erzählen, allerdings erst Jahre später, sie erinnern sich nur an Bernhard Haber, jeder auf seine eigene Weise – aber wer weiß schon, wie wahrheitsgetreu die einzelnen Erzählungen im Endeffekt wirklich sind.
So lange die Figuren also nur im Nachhinein erzählen, können wir uns nie sicher sein, wie es wirklich passiert ist – was Haber zu einem noch größeren Mysterium macht.

Zuerst erzählt uns Thomas Nicolas, ein Schulkamerad Habers, etwas von Haber; er bewunderte ihn für sein Standvermögen.
Danach kommt Marion Demutz, die erste Freundin Habers, die ihn nie wirklich geliebt hat, sie erzählt aus der Zeit nach der Schule.
Peter Koller, der als Schmuggler im Geschäft mit Bernhard Haber mehr Geld wollte, als gut für ihn war.
Katharina Hollenbach, Habers Schwägerin, die alleine mit ihren Reizen durchs Leben kommt und schlussendlich Sigurd Kitzerow, Freund und Partner, der Haber zu seiner mächtigen Position verhilft.

Diese kleingeistigen Figuren lassen die großen Geschehnisse in den Jahren von dem Ende des 2. Weltkrieges bis hin zur Wiedervereinigung Deutschlands viel realer wirken; Beispiele im Alltag anstatt die sonst so graue Theorie machen es interessanter als den normalen, reinen Geschichtsunterricht. Allerdings ist der Schreibstil zwar einfach zu verstehen und nicht zu verwoben, aber in Hinsicht auf den Inhalt einfach zu langatmig.

Christoph Hein, geboren am 8. April 1944 in Niederschlesien, ist bekannt für seine Werke wie „Der fremde Freund“ oder „Die wahre Geschichte des Ah Q“. Aufgewachsen ist er in Bad Düben in der Nähe von Leipzig, in etwa dort, wo auch das fiktive Guldenberg liegen soll. Das Motiv eines imperfekten Lebens schafft es in so ziemlich alle seiner Bücher und trifft damit immer auf einen Nerv der jeweiligen Generation.

Hein schafft als selbsternannter Chroniker genau das, was er soll: Pragmatisch schildern. Der Rest liegt an uns.
Er beschreibt realistisch und nachvollziehbar, schließlich hat er die Geschichte selbst erlebt und muss wissen, wie es gewesen ist. Trotzdem lässt er sich nicht von persönlichen Gefühlen beeinflussen, noch nie habe ich von so extrem Politik uninteressierten Figuren gelesen, erst recht nicht, wenn es um einen Wendepunkt in der Geschichte geht.

Allen in allem muss ich sagen, dass die Geschichte einen gewissen Reiz hat, die Charaktere aber waren mir allesamt unsympathisch.

Die jüngere Generation, zu der auch ich gehöre, kann sich in diese Zeit dank dem Roman einfühlen und sich gleichzeitig nicht fremder fühlen. Der Konflikt, um Flüchtlinge und dem Verlieren beziehungsweise Finden der Heimat, ist noch immer aktuell. Vielleicht gerade deswegen auch trotzdem lesenswert.

Fight Girl – Erika Krouse

„Er versuchte sich an ihre Körpersprache zu erinnern, an ihr Vokabular aus Herztönen und Atemzügen. Das genügte ihm als Definition von Liebe.“

„Fight Girl“ erschien am 15.08.2016. Erika Krouse lebt in Boulder, Colorado. Sie abeitet als Privatdetektivin und unterrichtet Kreatives Schreiben.

„Die Streetfighterin Nina Black kennt jeden noch so düsteren Winkel in Denver. Sie kämpft mit ihren Fäusten gegen Männer, die sie für leichte Beute halten und zu spät begreifen, dass sie selbst die Beute sind – und neben der Würde stiehlt sie ihnen auch gleich noch die Brieftasche. Ninas Leben ändert sich schlagartig, als eines ihrer Opfer, ein Polizist und ehemaliger Streetfighter, zu alter Form aufläuft und beides zurück will: sein Geld und seine Ehre. Auf der Suche nach dem einzigen Menschen, der sie auf den Final Fight vorbereiten kann, begegnet sie nicht nur ihrer alten Liebe wieder.“

Krouse erzählt in ihrem Roman von Nina Black, die sozial isoliert am Rande der Gesellschaft lebt und sich mit ihren nächtlichen Kämpfen über Wasser hält. Eines Tages steht dann plötzlich ihre alte Jugendliebe Isaac vor der Tür und eröffnet ihr, dass Ninas Bruder Chris gestorben ist. In seinem Testament ist Nina als neuer Vormund von Kate, Chris Tochter, eingetragen. Das wirft ihr Leben ziemlich über den Haufen, denn sie selbst sagt, dass sie keine Mutter sein kann. Außerdem wäre da noch das Problem mit dem Cop, den sie die Dienstmarke abgeluchst hat….

Eine Geschichte, die sich in kein bestimmtes Genre einordnen lässt – so ist es ein Thriller, ein Drama und eine Liebesgeschichte zur selben Zeit. Am Anfang der Kapitel stehen Legenden und Mythen über die Kampfkunst, die Nina das Überleben sichert. Ein wirklich außergewöhnliches Buch, dass mit seinem Facettenreichtum und Humor auftrumpft. Das Thema der Verantwortung zieht sich durch die gesamte Handlung, von Ninas kaputter Familie, bis hin zur ihrem eigenen kleinen Versuch einer Familie. Denn erst durch Kate versucht Nina ihr Leben zum Besseren zu ändern.

Das Cover steht im wundervollem Einklang mit der Story, sieht ein wenig düster aus und war auch für mich der Grund, sich das Buch mal näher anzuschauen. Dabei wurde ich nicht enttäuscht; das Lesen hat mir Spaß gemacht. Berichtet wird hierbei von einer anderen Seite, einer moralisch eventuell verwerflichen Seite, was unser antrainiertes Schwarz-Weiß-Denken in Frage stellt.

Der Schreibstil war leicht zu lesen, da Krouse eine gute Balance zwischen ihrem sachlichen Erzählstil und den Dialogen gefunden hat. Er spiegelt Nina wieder und macht es leichter, sich in ihr Denken hineinzuversetzen.

Alles in allem, würde ich „Fight Girl“ weiterempfehlen, hauptsächlich an Fans von taffen Frauen, die sich selbst behaupten können. Für mich macht das ein Buch meist alleine schon lesenswert ;)!

Guten Morgen, Revolution – du bist zu früh!

„Es kann doch nicht sein, dass wir vor dreißig Jahren völlig umsonst demonstriert haben? Wenn unsere Kinder das fortsetzen, dann dürfen wir sie nicht alleine lassen.“

Heute geht es um ein Buch, das mir durch Zufall in die Hände gefallen ist: „Guten Morgen, Revolution – du bist zu früh!“ von Kirsten Ellerbrake, 2013 erschienen.

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„Noras Tochter Charlie, 20, ist verhaftet worden, wegen der Blockade eines Castortransports. Unfassbar – war Nora nicht gerade selbst noch 20 und wollte die Welt aus den Angeln heben? »Atomkraft – nein danke«, freie Liebe statt Zweierkiste, Wohngemeinschaft statt Spießertum, »Legalize – alles, außer es tut weh«. Als Nora ihre Tochter von der Polizei abholt, erntet sie keine Dankbarkeit, sondern Vorwürfe: Warum war sie nicht bei der Demonstration? Nora beschließt, ihre Tochter zu unterstützen – und trommelt die Kampfgefährten von damals zusammen. Sie taucht tief ein in eine heute exotisch anmutende Ära, mit Menstruationskalendern, kalten Nächten in besetzten Häusern, Cannabispflanzen und dem unbedingten Willen, die Welt anders, besser, glücklicher zu machen. Doch die Vergangenheit ist auch gespickt mit Liebesdramen – und das hat, wie Nora plötzlich merkt, Folgen bis heute. Eine turbulente und liebevolle Annäherung zwischen Tochter und Mutter, eine unterhaltsame Zeitreise durch die Achtziger im WG-Milieu, das Revival einer alten Liebesgeschichte – und die Frage, ob man zuerst die Welt retten oder das eigene Leben schöner machen soll.“ Guten Morgen, Revolution – du bist zu früh! weiterlesen

Corpus Delicti: Ein Prozess – Juli Zeh

DER GESUNDE MENSCHENVERSTAND

Juli Zeh ist eine Juristin und Schriftstellerin, 1974 in Bonn geboren, die sich bereits vor dem Roman „Corpus Delicti: Ein Prozess“ einen Namen mit ihrem Roman „Adler und Engel“ und „Spieltrieb“ gemacht hat. Die Dystopie wurde 2009 von dem Verlag btb herausgegeben.

„Ich entziehe einer Gesellschaft das Vertrauen, die aus Menschen besteht und trotzdem auf der Angst vor dem Menschlichen gründet. […]
Ich entziehe einem Volk das Vertrauen, das glaubt, totale Durchleuchtung schade nur dem, der etwas zu verbergen hat. […] 
Ich entziehe einem Staat das Vertrauen, der besser weiß, was gut für mich ist, als ich selbst. […]
Ich entziehe mir das Vertrauen, weil mein Bruder sterben musste, bevor ich verstand, was es bedeutet zu leben.“

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Ruf der Tiefe

„Es ist ein Ort, der mir viel bedeutet. Dort zu sein ist wie eintauchen in die eigene Seele […]“

Der Roman „Ruf der Tiefe“, ein Gemeinschaftsprojekt von Hans-Peter Ziemek, dem Biologen, und Katja Brandis, der Schriftstellerin, wurde bereits 2011 veröffentlicht. Die Geschichte liegt mir schon sehr lange, sehr am Herzen.
Deswegen möchte ich heute auch auf sie aufmerksam machen!

 

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