Guten Morgen, Revolution – du bist zu früh!

„Es kann doch nicht sein, dass wir vor dreißig Jahren völlig umsonst demonstriert haben? Wenn unsere Kinder das fortsetzen, dann dürfen wir sie nicht alleine lassen.“

Heute geht es um ein Buch, das mir durch Zufall in die Hände gefallen ist: „Guten Morgen, Revolution – du bist zu früh!“ von Kirsten Ellerbrake, 2013 erschienen.

img_6746

„Noras Tochter Charlie, 20, ist verhaftet worden, wegen der Blockade eines Castortransports. Unfassbar – war Nora nicht gerade selbst noch 20 und wollte die Welt aus den Angeln heben? »Atomkraft – nein danke«, freie Liebe statt Zweierkiste, Wohngemeinschaft statt Spießertum, »Legalize – alles, außer es tut weh«. Als Nora ihre Tochter von der Polizei abholt, erntet sie keine Dankbarkeit, sondern Vorwürfe: Warum war sie nicht bei der Demonstration? Nora beschließt, ihre Tochter zu unterstützen – und trommelt die Kampfgefährten von damals zusammen. Sie taucht tief ein in eine heute exotisch anmutende Ära, mit Menstruationskalendern, kalten Nächten in besetzten Häusern, Cannabispflanzen und dem unbedingten Willen, die Welt anders, besser, glücklicher zu machen. Doch die Vergangenheit ist auch gespickt mit Liebesdramen – und das hat, wie Nora plötzlich merkt, Folgen bis heute. Eine turbulente und liebevolle Annäherung zwischen Tochter und Mutter, eine unterhaltsame Zeitreise durch die Achtziger im WG-Milieu, das Revival einer alten Liebesgeschichte – und die Frage, ob man zuerst die Welt retten oder das eigene Leben schöner machen soll.“

Fukushima ist für uns nun schon eine Ewigkeit her. Uns wird in dem Roman vor allem der Kampf gegen Atomkraftwerke gezeigt, trotzdem kann diese Katastrophe nicht verhindert werden. Ich glaube, es soll uns auch vor Augen führen, dass wir etwas tun müssen, BEVOR es zu spät ist.
Ich wollte immer gerne selbst etwas tun und verändern, deswegen hat mich das Buch dann wahrscheinlich auch überzeugt. Es ist außerdem interessant, von anderen Generationen zu lesen, ihre Werte und Trends zu verstehen.

Die Geschichte wird aus der Sicht der Mutter erzählt, die uns in eine Generation einführt, von der wir bisher nicht viel gehört haben und in die man sich nicht so einfach einfühlen kann. Ihre Tochter Charlie wirft ihr vor, dass sie sich um nichts mehr kümmert und dass ihr die Welt mittlerweile egal geworden ist, da Nora nicht mehr protestieren geht. Meistens sind beide Seiten nachvollziehbar, ab und zu nerven die Anklagen von Charlie aber doch ein wenig.

Die Dialoge werden größtenteils nacherzählt, was einerseits sehr dramatisch wirkt, andererseits haben sie so einen eher ausgewaschenen Effekt. Gegenwart und Vergangenheit von Nora wechseln sich ab, meistens um Handlungen von Nora durch ihre Erfahrungen verständlicher zu machen.

Letztendlich würde ich trotzdem sagen, dass es ein gutes Buch ist, auch wenn es mich nicht ganz so fesseln konnte wie andere. Der Inhalt gibt Stoff zum Nachdenken, auch über unsere Politik und unsere eigenen Wünsche.

Wie soll die Welt für euch aussehen? Was tut ihr dafür?

Besonders geeignet ist der Roman für engagierte und politisch interessierte Personen, gerade für junge Erwachsene und ältere Generationen.

Advertisements

2 Kommentare zu „Guten Morgen, Revolution – du bist zu früh!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s